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Häufig gestellte Fragen

Was ist das Ziel der geplanten Bahnanbindung des EuroAirport? Werden die Fahrzeiten dadurch verkürzt?

  • Mit dem Bau einer Haltestelle direkt am Flughafengebäude entfällt das Umsteigen (am Bahnhof von Saint-Louis in die Distribus-Linie 11 oder am Bahnhof Basel SBB in die Busse der Linie 50). Die direkte Bahnanbindung verkürzt die Fahrzeiten im Vergleich zur aktuellen Situation, beispielsweise:
    • Bahnhof Mulhouse - EuroAirport ca. 12' mit der Bahnanbindung (gegenüber ca. 32' heute)
    • Bahnhof Basel - EuroAirport ca. 10' mit der Bahnanbindung (gegenüber ca. 18' heute)
  • Die Verkürzung der Fahrzeiten ist jedoch nicht das einzige Ziel des Projekts. Darüber hinaus sollen die Flugpassagiere sowie die Beschäftigten am Flughafen dank verlässlicher Fahrzeiten mit weniger Umsteigen eine interessante Alternative zum Pkw erhalten.

Nutzt die Bahnanbindung des EuroAirport der Region?

  • Das Projekt ermöglicht eine signifikante Verlagerung von der Strasse auf die Schiene: 33% der Anfahrten zum EuroAirport, die heute über die Strasse erfolgen, werden künftig per Bahn vorgenommen. Dies entlastet die Strassen im Einzugsbereich jährlich um etwa 100.000 Busse und 470.000 PKW.
  • Auf lokaler Ebene werden sich durch den Bau einer direkt am Flughafengebäude liegenden Haltestelle Vorteile für die umliegenden Gewerbegebiete, die an der Flughafenplattform ansässigen Unternehmen und die im Flughafenbereich geplanten Projekte, sowie für den lokalen Beschäftigungsmarkt ergeben. Die bessere Erreichbarkeit macht den Flughafen auch für weiter entfernt wohnende Arbeitnehmer interessant. Sie wird daher von den am Flughafen ansässigen Unternehmen erwartet und erhöht die Attraktivität des Flughafens gegenüber seinen Wettbewerbern weiter.
  • Für Mulhouse und Basel, die Städte bzw. Ballungsräume, die eine Bahnanbindung an den EuroAirport erhalten, ergeben sich Argumente für geplante Gewerbegebiete und Firmenansiedlungen. Darüber hinaus werden auch die in Bahnhofsnähe liegenden Stadtviertel von der schnellen Erreichbarkeit des Flughafens profitieren.
  • Auf regionaler Ebene wird das Projekt Nutzen für die tägliche Mobilität bringen: Das Bahnangebot wird entlang der gesamten Achse Basel-Mulhouse und darüber hinaus verbessert, insbesondere mit den in die Schweiz weiterführenden Linien. Diese werden beispielsweise eine Weiterfahrt nach Muttenz, Pratteln oder Liestal ohne Umsteigen in Basel ermöglichen, ein Vorteil für alle Einwohner der Region.
  • Für die Region Oberrhein und darüber hinaus ist das Projekt ein Symbol für die grenzüberschreitende Zusammenarbeit.   Bisher gibt es nur wenige Beispiele für gemeinsam von Frankreich, der Schweiz und Deutschland realisierte Infrastrukturprojekte. Für Basel entspricht die direkte Flughafenanbindung dem Rang einer Stadt mit internationaler Ausstrahlung und erhöht die Wettbewerbsfähigkeit der Stadt. Dank der Anbindung an die europäische Hauptstadt Strassburg kann der Flughafen noch stärker die Rolle eines "Tors zum Oberrhein" wahrnehmen.

Sind die zur Zeit angebotenen öffentlichen Verkehrsverbindungen (Linie 50, Shuttledienst "Distribus") nicht ausreichend?

  • Ab einer bestimmten kritischen Passagierzahl ist ein leistungsfähiger öffentlicher Verkehrsdienst voll gerechtfertigt. Zudem hat der EuroAirport zahlreiche Fluggäste, Besucher und Mitarbeiter, die die Flughafenplattform täglich erreichen müssen: 26.000 Personen fahren täglich mit verschiedenen, ihnen zur Verfügung stehenden Strassenverkehrsmitteln zum EuroAirport bzw. verlassen diesen. Mit einem Volumen von 5,8 Millionen Passagieren pro Jahr bei der Inbetriebnahme des Projekts im Jahr 2028 wird die zukünftige Haltestelle des EuroAirport den zweiten Rang im Elsass belegen (auf dem ersten Platz bleibt Strassburg mit 18 Millionen, Mulhouse-Ville folgt mit 4,8 Millionen Passagieren pro Jahr).
  • Die heutigen öffentlichen Verkehrsverbindungen sind von hohem Nutzen für die Fahrgäste, bieten jedoch nicht die Verbindungsqualität und den Komfort wie die direkte Bahnanbindung und kommen oft an Kapazitätsgrenzen (insbesondere die Linie 50): Mit der neuen Bahnanbindung entfällt das Umsteigen an den Bahnhöfen Saint-Louis bzw. Basel SBB, es ergeben sich kürzere und verlässliche Fahrzeiten, sowie grössere Kapazitäten (es können mehr Fahrgäste befördert werden).

Wie hoch sind die geschätzten Kosten des Projekts? Ist die Finanzierung gesichert?

  • Die Projektkosten werden zu den im Juni 2017 geltenden wirtschaftlichen Bedingungen auf 250 Mio. Euro (ohne Steuern) geschätzt.
  • Die Modalitäten der Projektfinanzierung unterliegen politischen Entscheidungen. Der Bau der neuen Bahnanbindung könnte von den verschiedenen Partnern kofinanziert und von der Europäischen Union unterstützt werden.

Wer hat das Projekt initiiert? Wer hat es wieder aufgenommen? Wer trägt das Projekt?

  • Die Gebietskörperschaften der Region haben das Projekt wieder aufgenommen, um den Anteil der öffentlichen Verkehrsmittel bei den Fahrten vom und zum Flughafen zu erhöhen und den Flughafen als Motor der wirtschaftlichen Entwicklung des Oberrheins und des lokalen Beschäftigungsmarktes zu unterstützen.
  • Ein trinationaler Planungsausschuss unter dem Vorsitz des Präfekten der Région Grand Est und mit Vertretern sämtlicher Partner, Gebietskörperschaften und öffentlicher Einrichtungen wurde im Juni 2010 zur Durchführung der 2010-2011 erfolgten Studien eingesetzt. Im Ergebnis dieser Untersuchungen fiel am 5. Dezember 2012 die Entscheidung für eine direkte Bahnanbindung des EuroAirport.
  • Die Projektträger sind heute SNCF Réseau und der Flughafen Basel-Mulhouse in Verbindung mit der Région Grand Est als Aufgabenträgerin für den regionalen Schienenpersonennahverkehr (TER) und den ausserstädtischen Strassenverkehr (Schul- und Überlandverkehr) sowie dem für die Umsetzung der schweizerischen Verkehrspolitik verantwortlichen Bundesamt für Verkehr.

Welche Mitwirkungsmöglichkeiten wurden bereits organisiert?

  • Im Rahmen der 2010 und 2011 vorgenommenen Studien wurden verschiedene Lösungen zur Anbindung des EuroAirport mit öffentlichen Verkehrsmitteln untersucht. Die Bahnanbindung war dabei eine dieser Varianten.
  • In dieser Phase war eine erste Meinungserhebung bei Vertretern der Gebietskörperschaften, der Industrie- und Handelskammern sowie verschiedener Vereine organisiert worden. Die Studien wurden darüber hinaus durch Umfragen unter den am EuroAirport ansässigen Unternehmen, den Beschäftigten am Flughafen sowie Flugpassagieren bereichert. Im Rahmen dieser Studien wurde auch die Bevölkerung informiert, insbesondere über die Presse.
  • Seit 2016 treffen sich im Rahmen der gegenwärtigen Planung (Planung zur Vorbereitung der öffentlichen Anhörung) die Projektpartner (die Projektträger sowie der französische Staat, Agglo Basel (trireno), die Kantone Basel-Landschaft und Basel-Stadt, das Departement Haut-Rhin, die Agglomeration Mulhouse-Alsace, die Agglomeration St. Louis, das Land Baden-Württemberg, der Landkreis Lörrach und die Schweizerischen Bundesbahnen) in Arbeitsgruppen, um alle Dimensionen des Projekts zu vertiefen: Bahnanbindung, Streckenoptimierung, Projektbewertung (Sozioökonomie), Mitwirkung-Kommunikation.
  • Gleichzeitig erforderte die Vielzahl der von den lokalen Gebietskörperschaften verfolgten städtebaulichen und Verkehrsprojekte eine gute Abstimmung zwischen den verschiedenen Projektträgern. Dazu erfolgten zahlreiche Treffen und die Arbeiten laufen weiterhin.
  • Alle diese Ansätze wurden während der ersten Phase des Mitwirkungsverfahrens zusammengeführt, die vom 6. Mai bis 20. Juni 2013 stattfand. Die zweite Phase des Mitwirkungsverfahrens wird vom 13. September bis zum 12. Oktober 2018 organisiert.

Worin unterscheiden sich Mitwirkungsverfahren und öffentliche Anhörung?

  • Das Mitwirkungsverfahren wird von den Projektträgern SNCF Réseau und Flughafen Basel-Mulhouse organisiert, gemeinsam mit der Region Grand Est als Aufgabenträgerin für den regionalen Schienenpersonennahverkehr (TER) und den ausserstädtischen Strassenverkehr (Schul- und Überlandverkehr) sowie dem für die Umsetzung der schweizerischen Verkehrspolitik verantwortlichen Bundesamt für Verkehr. Ziel ist es, Meinungen, Fragen und Kommentare der Öffentlichkeit in Deutschland, Frankreich und der Schweiz aufzunehmen. Das Mitwirkungsverfahren bereichert die nachfolgenden Planungsphasen.
  • Die öffentliche Anhörung mit demanschliessenden Planfeststellungsbeschluss erfolgt, wenn die Planungen ausreichend fortgeschritten sind. Sie wird durch eine von der Projektträgerschaft unabhängige Kommission organisiert, deren Mitglieder das Verwaltungsgericht ernennt. Im Verlaufe des Verfahrens können Stellungnahmen abgegeben und Fragen formuliert werden, die sich auf die detaillierten Planungsergebnisse, insbesondere die Umweltverträglichkeitsprüfung, sowie auf die Ergebnisse des Mitwirkungsverfahrens beziehen.

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